

Der jazzflag wurde im Jahre 2010 an traditionsreicher Stätte, ursprünglich in der Kleinen Märkerstr. 10, zum Leben erweckt. In den 1980er Jahren wurde im gleichen Haus der 1. Jazzclub Halles gegründet. Gründungsmitglieder waren damals u.a. Dr. Siegfried Brandt, Ulf Herden, Theo M. Lies und Bernd Born.
Wir zogen zunächst mit der Musikschule »allégro« ein, bemerkten die wunderbare Akustik des Ladenlokals und beschlossen, sie für Veranstaltungen zu nutzen. Inspiriert durch Lichtkunstobjekte Rainer Kapplers riefen wir die Veranstaltungsreihe »1 Monat Vollmond« ins Leben. Livemusik, Theater und Lesungen fanden schnell ein interessiertes Publikum.
Nach dem Erfolg der Reihe beschlossen wir weiterhin Veranstaltungen zu organisieren und gründeten den jazzflag.
flag? Ganz einfach: Märker(str.) => Marker => flag.
Eine fruchtbare Zusammenarbeit gestaltete sich zwischen Musikschule/jazzflag und dem Cultourbüro Ulf Herden. Als Veranstaltungsort mit diversen (auch eigenen) musikalischen Projekten nicht nur zum internationalen Festival »Women in Jazz«, etablierte sich die Kleine Märkerstraße als Geheimtipp für hochwertige Events.
Als absoluten Höhepunkt empfanden wir den Besuch Nils Gessingers mit seiner Band 2014. Er war der EINZIGE Europäer, der auf dem legendären grp-Label in den USA 2 grandiose Alben veröffentlicht hat. Die Geschichte wie dieser Gig zustande kam, würde hier aber den Rahmen sprengen.
Im Oktober 2016 mussten wir aufgrund des Eigentümerwechsels in die »Goldene Rose« (Rannische Str. 19) umziehen.
In der Märkerstraße war der jazzflag vermutlich schon der kleinste Jazzclub Deutschlands, jetzt wurde er wahrscheinlich zum kleinsten der Welt. Es gibt jedoch (noch immer) Pläne, im Haus eine Theater-/Musikbühne mit deutlich mehr Plätzen auszubauen und einen weiteren Veranstaltungshotspot zu kreieren. Solange konnten wir aber nicht warten.
Aufgrund der auch hier sehr guten akustischen Eigenschaften des Tanzsaals stellten wir wieder gerne diesen Raum unentgeltlich für junge Musiker/Künstler fernab des Mainstreams zur Verfügung.
Obwohl wir keine festen Gagen zahlen konnten, verbreitete sich der Ruf einer warmherzigen Konzertatmosphäre und Künstlerbetreuung mit einem sensiblen Bechstein-Flügel schnell über deutsche Landesgrenzen hinaus. Musiker aus mehreren europäischen Ländern, Afrika und den USA waren zu Gast und genossen die Herzlichkeit des halleschen Pubilkums.
Aufgrund von energetisch notwendigen Sanierungsmaßnahmen in der »Goldenen Rose«, musste der Club vor mittlerweile 7 Jahren den Konzertbetrieb wieder einstellen.
Es gesellten sich außerdem weitere widrige Umstände hinzu (mehrfache Brandstiftung, Versicherungsstreitigkeiten wegen Zuständigkeit der Schadenersatzforderungen, Diebstahl von Instrumenten und weiterem Equipment und nicht zuletzt Corona), so dass es dem Betreiber nicht möglich war, die Sanierungsmaßnahmen fristgerecht abzuschließen. Eine (nach über einem Jahr! Wartezeit) richterlich verfügte Fördergeldrückzahlung verschlimmert(e) die Situation bis heute.
Nun traf es sich, dass der Inhaber des Tapa la Pub (ehemals Enchilada) zur Band BOSSAria Kontakt aufnahm um ein Live-Act zu organisieren. Bei dem sehr herzlichen Gespräch entstand dann die Idee, den jazzflag hier erneut zu beleben. So soll es nun am Sonntag 20. September 2026 geschehen.Der jazzflag startet mit BOSSAria sein relaunch um 19:00 Uhr. Einlass ab 18:00 Uhr. Aufgrund der begrenzten (aber künftig sehr gemütlichen) Sitzplätze an äußerst individuellen Tischen empfehlen wir unbedingt vorher unter jazzflag.de/tickets/ zu reservieren. Es gibt (aufgrund sehr unterschiedlicher Blickwinkel – die kann man auf der ticket-Seite sogar persönlich in Augenschein nehmen) Plätze in 3 Kategorien mit erhoffter Spendenhöhe zwischen 10 und 20 € pro Person (oder gerne auch mehr). Alle Einnahmen fließen ausnahmslos den Künstlern zu. Natürlich ist auch jeder willkommen, der sich keine Spende leisten kann. Das Restaurant ist zum relaunch geschlossen, aber die Bar wird natürlich für alle Gäste geöffnet.
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